VDMA Studie Produktpiraterie 2020

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Die neueste VDMA Studie "Produktpiraterie 2020" ist ab sofort verfügbar

Der VDMA führt alle zwei Jahre eine Studie zum Thema Produkt- und Markenpiraterie unter den Mitgliedsunternehmen durch. Bereits seit 2003 werden somit verlässliche Zahlen und Informationen gesammelt, um der Bedrohung durch Plagiate, Fälscher und Kopierer in unserer Branche ein Bild zu geben. Die Notwendigkeit der Erhebung unter den Mitgliedern zeigt der große Anteil an betroffenen Unternehmen. Die von den Unternehmen geschätzten Schäden gehen jedes Jahr, alleine für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau, in die Milliarden.

Die komplette Studie finden Sie im Downloadbereich dieses Artikels.

Die wichtigsten Ergebnisse der VDMA Studie Produktpiraterie 2020 zunächst im Überblick:


• 74 Prozent der Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau sind von Produktpiraterie betroffen (2018: 71 Prozent). Bei Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern beträgt die Quote sogar rund 90 Prozent. Damit erreicht die Bedrohung durch Produkt- und Markenpiraterie ein neues Allzeithoch.


• Im Vergleich zu den letzten Studien zeigt sich bei der wahrgenommenen Bedrohung eine deutliche Trendwende: Nach einem stetigen Rückgang sprechen sich mit einer Zunahme um rund 40 Prozent nunmehr 52 Prozent der Befragten für eine Zunahme des Bedrohungsniveaus aus.


• Der geschätzte Schaden im Umsatzjahr 2019 betrug 7,6 Milliarden Euro und erhöht sich damit im Vergleich zur Studie von 2018 um 300 Millionen Euro. Der durchschnittliche Schaden für betroffene Unternehmen betrug 4,9 Prozent des Jahresumsatzes.
• Der Umsatzverlust von 7,6 Milliarden Euro entspricht rund 35.000 Arbeitsplätzen (2018: 33.000).


• Die Volksrepublik China führt unangefochten mit 61 Prozent die Liste der Vertriebsländer von Plagiaten an. Auf Platz zwei folgt mit großem Abstand Deutschland (19 Prozent), dann Russland (12 Prozent).
• Für 72 Prozent der Unternehmen gilt der Wettbewerber als Verursacher der Plagiate. Doch auch bei Geschäftspartnern (Kunden, Zulieferer, Joint-Venture-Partner, Ersatzteilverkäufer) geben erschreckende 42 Prozent der Befragten an, dass sich unter mindestens einem von diesen einen Plagiator befindet.


• Bei den Schutzrechtsverletzungen liegt der unlautere Nachbau wieder mit deutlichen 58 Prozent auf Platz eins. Platz zwei teilen sich die Verletzung von Marken- und Patentrechten mit je 39 Prozent. Die Verletzung von Markenrechten, Geschmacks- und Gebrauchsmustern fällt damit im Vergleich zur letzten Studie deutlich zurück.


• Plagiate stellen nachweisbar ein Sicherheitsrisiko dar: 36 Prozent der Unternehmen berichten von Fälschungen, die eine Gefahr für Bediener oder Anwender mit sich bringen. Erschreckende 57 Prozent der Befragten sehen bei den von ihnen entdeckten Plagiaten eine Gefahr für den sicheren Betrieb der Anlage.


• Häufigstes Plagiat bleiben in 64 Prozent der Fälle einzelne Komponenten. Dicht dahinter liegen auf Platz zwei Designplagiate mit 60 Prozent. In jeweils rund 40 Prozent der Fälle sind ganze Maschinen, Ersatzteile oder sogenannte „weiche“ Plagiate (Kataloge, Broschüren, Produktfotos) das Fälschungsziel.


• Im Plagiatsfall ist das Mittel der Wahl, die geltenden Rechte erst außergerichtlich und dann zivilrechtlich durchzusetzen. Rund die Hälfte aller betroffenen Unternehmen ergreift jedoch keinerlei Maßnahmen. Dies trifft vor allem auf kleine und mittlere Unternehmen zu, bei denen zwei von drei Unternehmen keine Maßnahmen einleiten.

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